Schützenwesen am Niederrhein

Das Schützenwesen in christlich geprägten und aus der katholischen Kirche gewachsenen Bruderschaften ist am Niederrhein seit vielen Jahrhunderten stark verwurzelt. Ab dem Ende des 12. Jahrhunderts entstanden in diesem Raum erste Gebetsverbrüderungen, die später Schutz- und Hilfsgemeinschaften waren. Immer wieder standen vor allem die Männer zusammen, um Not und Bedrohung abzuwenden. Die Erkenntnis, dass Einigkeit stark macht, ließ die Bruderschaften als organisierte Zusammenschlüsse entstehen, welche noch immer die Ideale „Glaube, Sitte und Heimat“ vertreten. 

Im Juli 1924 wurde der Bund historischer Bruderschaften des Kreises Moers, heute „St. Sebastianus Bezirksverband Moers“ von Theodor van Bebber gegründet. Dieser wurde zum ersten Kreisbundesmeister gewählt. Die Satzung legte von Beginn an fest, dass nur Bruderschaften Mitglied im Kreisverband werden konnten, deren Fahnen den Namen eines kirchlichen Schutzpatrons tragen. Im Jahr 1925 gehörten bereits 17 Bruderschaften dem Kreisverband an.

Gut ein Jahr nach der Gründung des Kreisverbandes wurde der erste Bruderschaftstag ausgerufen. Dieser sollte am 25. November 1934 in Xanten stattfinden. Dem Aufruf folgten mehr als 5000 Schützen, welche in vier Prozessionen in den Xantener Dom einzogen. Mittlerweile waren 30 Einzelbruderschaften Mitglied des Kreisverbandes. Als Zeichen des Zusammschlusses und des Zusammenhalts, wurde von jeder Mitgliedsbruderschaft eine Plakette gestiftet. Diese Plaketten bildeten die erste Bundesmeisterkette, welche fortan bei festlichen Anlässen von dem Kreisbundesmeister getragen wurde.

Im Juli 1936 stieg der politische Druck enorm an. Kreisbundesmeister Theodor van Bebber erhielt kurzerhand seitens der GESTAPO (Geheime Staatspolizei) die Auflösungsorder für den Kreisverband. Alle Insignien, das Protokollbuch und der gesamte Schriftverkehr wurden beschlagnahmt. Ebenso wurde das Konto bei der Kreissparkasse gesperrt.

Nach dem Verbot der öffentlichen Bruderschaftsarbeit und der öffentlichen Auftritte, hielten die Bruderschaften auch besonders in der Zeit des zweiten Weltkrieges weiterhin zusammen. “Lautere Ideen und Ideale lassen sich nicht durch Gewalt und Terror vernichten“, hieß es seitens Theodor van Bebber.

Bereits im Juli 1946 lud der Schriftführer des Kreises – Hermann Baaken – zur ersten Delegiertentagung nach Rheinberg ein. Knapp ein Jahr später wurde am 29. April 1947 die nächste Delegiertentagung abgehalten. Hier erhielt der Kreisbundesmeister Theodor van Bebber die im Jahre 1936 beschlagnahmte Bundesmeisterkette zurück. Das abhandengekommene Kreuz der Kette wurde durch eine Stiftung der St. Michaelis Schützenbruderschaft Rheinberg ersetzt.

Im Jahre 1966 waren wieder mehr als 5000 Schützen im Landesbezirk Niederrhein aktiv.
Während der Jahre 1966 – 1990 wuchs der Landes- und Kreisverband stetig an. Eine große Abordnung des Bezirksverbandes Moers nahm am Bundesfest am 19. September 1990 in Kempen teil. So folgten in den nächsten Jahren einige Jubiläen, welche feierlich zelebriert wurden. 

Beispielsweise:

18. Juni 1993: 200 Jahre St. Birgitten Marienbaum
1996: 700 Jahre St. Bernhardus Rossenray
1999: 625 Jahre St. Sebastianus Rheinberg

Herzstück aller Aktivitäten bleibt aber der idealistische und aktive Einsatz in den 33 Einzelbruderschaften des St. Sebastianus Bezirksverbandes.

St. Michaelis Rheinberg

Die St. Michaelis Schützenbruderschaft wurde bereits im Jahre 1427 in Rheinberg gegründet und feiert im kommenden Jahr ihr 600-Jähriges bestehen.

Hier folgt nun eine Zusammenfassung der bekannten Könige/Königinnen unserer Bruderschaft:
1810: König Johannes Ulman & Königin Helena Westermann
1823: König Jacob Diksen & Königin Maria Agnes Rasmann
1927: König Neuhauser
1948: König Paul Bücken & Königin Gertrud
1952: König Richard Zanger & Königin Käthe
1958: König Josef Utzel & Königin Gretel
1961: König Gerhard Neitzel & Königin Maria
1964: König Willi Schell & Königin Franziska
1968: König Wolfgang Miehle & Königin Johanna
1971: König Georg Neitzel & Königin Maria
1974: König Theo Noy & Königin Christa
1977: König Theo Orth & Königin Christa
1980: König Walter Maas & Königin Inge
1983: König Heinz Gossen & Königin Helene
1986: König Heinz Terschlüsen senior & Königin Christel
1989: König Fritz Pröber & Königin Hildegard
1992: König Heinz Terschlüsen & Königin Helga
1995: König Walter Deutsch & Königin Elvira
1998: König Michael Schell & Königin Claudia
2001: König Roland Worledge & Königin Gabriele
2004: König Bernd Greiner & Königin Dagmar
2007: König Jörg Klopertanz & Königin Stephanie
2010: König Dieter Meier & Königin Carmen
2013: König Peter Bachorski & Königin Manuela
2016: König Meik D’Angelo & Königin Manuela
2019: König Andreas Schmitz & Königin Sandra
2023: Königin Jannika Schmitz & Prinz Kevin
2025: Königin Martina Thiemann & Prinz Edwin

Diese Könige konnten neben der Königswürde unser Bruderschaft noch die folgenden Würden erringen:

1953: Richard Zanger – Bezirkskönig
1964: Willi Schell – Bezirkskönig
1968: Wolfgang Miehle – Bezirkskönig
1972: Georg Neitzel – Bezirkskönig
1973: Georg Neitzel – Bezirkskönig
1974: Theo Noy – Diözesankönig Münster
1987: Theo Orth – Bezirkskönig
2000: Michael Schell – Bezirkskönig
2003: Roland Worledge – Bezirkskönig
2008: Jörg Klopertanz – Bezirkskönig
2009: Jörg Klopertanz – Stadtkönig sowie Bezirkskönig
2019: Maik D’Angelo – Bezirkskönig